Rosenkranz-Piano von 1922

Rosenkranz Klavier verstimmt Rosenkranz Piano gestimmt

Sie hören ein Klavier der Marke Ernst Rosenkranz. Die Firma wurde 1797 in Dresden gegründet. Sie stellte ihren Betrieb 1929 ein. Das Klavier aus unserem Hörbeispiel wurde laut Seriennummer kurz vor 1922 gebaut. Es hat einen für die Zeit typischen 130 cm hohen Klangkörper. Mit der Höhe des Klangkörpers sind die Saitenlängen verbunden. Diese beiden Faktoren sind gemeinsam mit der Qualität der Filze auf den Klavierhämmern die Basis für den guten Pianoklang, den wir als Wohlklang wahrnehmen, wenn er es uns ermöglicht, dass wir uns beim Klavierspiel harmonisieren können. Der gute Klang ist tatsächlich der Schlüssel zum Erfolg der Klavierindustrie. Erst als Anfang 1800 aufgrund eines Patents von Henri Pape über die Holzkerne der Klavierhämmer Filze gespannt werden konnten, wurde aus dem Hammerklavier das Pianoforte. In der Entwicklung von der ursprünglichen zu der damals neuen Bezeichnung drückt sich in quasi sinnlicher Mehrwert aus. Der Klang des Tasteninstruments hat sich nämlich derart verbessert, als er es nun ermöglicht, dass die Filter in unseren Ohren entsprechend des grundtönigen Pianoklangs moduliert werden. Diese Hörfilter sind wiederum mit den Hirnnerven gekoppelt, die unseren Körper entsprechend der Signale der wahrgenommenen Klangmuster auf Sozialisierung und Entspannung einstellen. Das ist ein wesentlicher Grund, warum sich heute so viele Menschen entscheiden, das Klavier spielen lernen zu wollen. Als Antwort auf den immer stärkeren Stress in der Außenwelt suchen wir nach Möglichkeiten der Selbstharmonisierung.

Interessanterweise wiederholt sich beim Klang gerade die Geschichte. Denn auch beim so genannten Hybrid-Piano wird die volle Akzeptanz und nachfolgend der Durchbruch am Markt erst dann erfolgen, wenn sowohl die Klangqualität ausreichend hoch als auch das Klangspektrum der Zeit entsprechend umfangreich ist. Auch daran kann man ablesen, dass wir sinnliche Wesen sind und unsere Sinne einen hohen Wertemaßstab haben. Das Streben nach Unabhängigkeit ist ein wichtiger Trend. Mit diesem einen Klangmuster eines Instruments mit 2 Pedalen, von denen aber in der Regel nur eines, nämlich das rechte Tonhaltepedal, funktioniert, hat man uns lange genug hingehalten. Wenn es nun schon einen Fortschritt gibt, dann bitte nicht in kleinen Dosen, sondern das volle Programm der zeitgemäßen Möglichkeiten der Klanggestaltung.

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